Besuch der KZ Gedenkstätte Natzweiler/Struthof im Elsass

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10.05.2023

Anfang Mai besuchten die Schüler der Klassenstufe 9 zusammen mit ihren Klassenlehrkräften und Geschichtslehrern die KZ Gedenkstätte Natzweiler/ Struthof im Elsass:

 

Dachau, Buchenwald Auschwitz? drei Namen, die fast jeder schon einmal gehört hat. Daneben werden jedoch oft die vielen relativ kleinen Konzentrationslager vergessen, die es auch in Baden Württemberg bzw. dem Elsass gab. Gerade in Rottweil, wo mit den Lagern in Zepfenhan und Schönberg KZs in unmittelbarer Nähe errichtet wurden, spielt dieser Umstand eine wichtige Rolle. Die Erinnerung an die grausamen und menschenverachtenden Geschehnisse der Nazizeit wachzuhalten ist die Intention dieser im Jahresplan fest verankerten Studienfahrt.

 

 
Als im Frühjahr 1944 die alliierten Luftangriffe die Treibstoffproduktion des deutschen Reichs gefährdeten, kamen die Nazis auf die Idee, aus dem Schiefergestein der schwäbischen Alb Ölschiefer zu gewinnen. Hierfür wurden insgesamt zehn Konzentrationslager errichtet. Viele der hier schuftenden Zwangsarbeiter wurden aus dem KZ Stammlager Natzweiler/Struthof entsendet, das die Nazis ab 1941 in den Vogesen errichtet hatten. Die Häftlinge in diesen Lagern stammten aus verschiedenen europäischen Ländern, wobei die größte Gruppe die Polen, Franzosen und Russen bildeten. Mehr als 52.000 Zwangarbeiter mussten durch die "Hölle in den Vogesen" gehen.

 
Beim Besuch der Gedenkstätte erfuhren die Schüler_innen anhand von Berichten der Häftlinge vieles über die Schikanen der Aufseher, den ständigen Hunger sowie die Brutalität des Alltags. So war der stundenlange morgendliche und abendliche Appell eine reine Schikane der Wärter.

Das Essen in Form von dünnen Suppen und Brot gepaart mit der harten Zwangsarbeit im Steinbruch sorgte für Unterernährung, Erschöpfung und Krankheiten.

Schläge und willkürliche Strafen waren die Regel. Die Gefängnisbaracke  sowie die Krankenbaracke, wo auch Menschenversuche durchgeführt wurden,  sind noch vollständig erhalten.

 

 

 

Sehr emotional ist der Anblick des Krematoriums, in dessen Ofen unzählige unter den grausamen Lebensbedingungen gestorbene oder ermordete Zwangsarbeiter verbrannt wurden. Für viele Schüler_innen stellte sich immer wieder die Frage, wie und ob man dieser Hölle entkommen konnte.

 

Die ebenfalls noch vollständig erhaltenen Wachtürme, die ständige Ausleuchtung des Geländes sowie die Zäune, die damals unter Stromspannung standen zeigten eindringlich, dass Fluchtversuche aussichtslos waren.

 
Ernüchternd stand die Erkenntnis am Ende des Besuchs, dass es auch 2023 noch Diktaturen auf dieser Erde gibt, die mit genau diesen Methoden Wiederstand gegen ihre Herrschaft zu unterdrücken versuchen. So ist diese Studienfahrt auch ein Plädoyer für Bedeutung eines Lebens in Demokratie auf der Basis der Menschenrechte für alle Menchen.