Besuch von Flüchtlingen aus Syrien

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14.04.2015

Der Bürgerkrieg in Syrien und die Konfliktherde in vielen anderen Ländern lassen die Zahl der Flüchtlinge weltweit steigen. Für die Kommunen bedeutet dies, vor allem im Hinblick auf die Unterbringung, eine große Herausforderung. Die Situation vor Ort wurde in Rottweil schon vor einem Jahr von engagierten Bürgern erkannt, welche den Freundeskreis Asyl initiierten. Dieser will in ehrenamtlicher Arbeit deshalb auf die Problematik aufmerksam machen.

Asylsuchende dürfen nicht arbeiten. Sie leben gemeinsam in Wohnungen. Zu fünft teilen sie sich die größeren Zimmer, zwei leben in den kleinsten. Küche und sanitäre Einrichtung werden gemeinsam genutzt. Das Zusammenleben auf kleinstem Raum, mit Menschen aus fremden Kulturen und Sprachen und der eintönige Alltag führen zwangsläufig zu Schwierigkeiten.

Die Asylanten flüchten meist über Italien oder Griechenland nach Deutschland. In den 10 ten Klassen schilderten zwei Asylsuchende, Nahla und Yousef, in eindrücklich bewegender Weise die kritische Situation in ihrem Heimatland Syrien, berichteten über die Dramatik und Odyssee ihrer beschwerlichen Flucht und über ihre persönliche Situation.

Nach Rottweil kommen überwiegend Familien und Männer. Ihr Zusammenleben dauert nicht nur wenige Wochen. Bis ein Asylsuchender angehört werde, vergehe meist ein Jahr, und ein weiteres, bis der Asylantrag entschieden sei. Besonders für traumatisierte Menschen würden die Wohnverhältnisse zum Martyrium, erzählen Christoph Frank und Tobias Raff vom Freundeskreis Asyl.

Die Bemühungen der Mitglieder des Freundeskreises beziehen sich auf den Alltag. Sie wollen den Bewohnern Inhalte und Strukturen geben, um die Lebensqualität zu verbessern. Neben dem Deutschkurs, der täglich stattfinde, werde auch Musik unterrichtet. Seit Kurzem finde auf dem Fußballgelände in der Altstadt ein Fußballtraining statt.

Wir waren tief betroffen von ihren Erzählungen, vor allem von der schieren Aussichtslosigkeit, die nach wie vor vom Krieg bedrohten Familienangehörigen nachkommen zu lassen.   Wir wünschen ihnen für ihre Zukunft alles Gute, vor allem dass sie und ihre Familien in Frieden wieder zusammen finden.