Energieprojekt "Stand-by"
ZurückIm Landkreis Rottweil wurden im vergangenen Schuljahr rund 500 Schüler von der Energieagentur Landkreis Rottweil/Tuttlingen über das vom Land Baden-Württemberg geförderte "Stand-by Projekt" zum sparsamen Umgang mit Energie unterrichtet.
Dieses Projekt der Energieagentur haben vor Kurzem die fünf Klassen der Klassenstufe 9 der Realschule Rottweil im Rahmen des Physikunterrichts umgesetzt. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler, wie man Energie einsparen kann. Herr Halter von der Energieagentur besprach mit ihnen verschiedene Möglichkeiten der Energiegewinnung, wobei er auf die vorhandenen Kenntnisse aufbaute. Spannend wurde es beim Thema Energiesparen, das eine oft unterschätzte Energiequelle darstellt. Die Schüler wurden in die Bedienung eines Energiemessgeräts für elektrische Energie eingewiesen und untersuchten mit Hilfe dieses Geräts verschiedene elektrische Geräte hinsichtlich ihres Energieverbrauchs. Beispielrechnungen belegten, wann und unter welchen Umständen sich die Umstellung auf Energiesparlampen lohnt. Am Beispiel verschiedener Energieeffizienzklassen für Kühlschränke und Fernsehgeräte wurde gezeigt, dass allein der Kaufpreis langfristig nicht die tatsächlich entstehenden Kosten abdeckt. Energiesparen lohnt sich also nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes, sondern auch aus Kostengründen.
Das eigentliche Ziel des Projekts aber war es, zu zeigen, wie viel Energie man durch Vermeiden des Stand-by-Betriebs vieler Geräte einsparen kann. Deshalb erhielten die Schüler die Aufgabe, mit Hilfe der von der Energieagentur zur Verfügung gestellten Energiemessgeräte zu Hause den Verbrauch einiger Geräte im Stand-by-Modus zu ermitteln. Diese Ergebnisse wurden anschließend im Physikunterricht zusammengetragen und analysiert.
Schnell war den Schülern klar, dass es sich neben dem Umweltaspekt auch finanziell lohnt, den Fernseher, Computer, Drucker, Sat-Receiver, DVD-Player, Hifi-Anlage, Kaffeeautomaten und viele andere Geräte ganz auszustecken oder über Steckdosenleisten mit Schalter vollständig vom Stromnetz zu trennen, wenn diese Geräte gerade nicht in Gebrauch sind. Die Messungen der Schüler ergaben allein für einen durchschnittlichen Haushalt mit 4 Personen ein Einsparpotenzial von knapp über 156 Euro pro Jahr an Energiekosten. Erstaunt waren die Schülerinnen und Schüler, dass dieser Wert, hochgerechnet auf die gesamte Bundesrepublik Deutschland, ein ganzes Kernkraftwerk überflüssig machen würde. Die Einsparung läge dann bei rund 15 Gigawattstunden, dies entspricht nach derzeitigem Strompreis etwa 3,5 Milliarden Euro.
Dass man nebenbei auch noch 360 Tonnen CO2 je Haushalt und Jahr verhindert, sei nur am Rande erwähnt, aber aus Umweltschutzgründen nicht zu vernachlässigen. So hätten die meisten Sparmaßnahmen wenig mit Verzicht zu tun. Es gelte einfach, die Energie besser zu nutzen um echte Stromfresser zu eliminieren. Diese direkte Information kam bei den Schülern gut an und sie brachten sich bei dem regen Austausch aktiv in den Unterricht ein. ?Das muss ich gleich meinem Vater sagen? so die Aussage eines Schülers, die belegt, dass das Projekt seine eigentlichen Ziele nicht verfehlt hat.







