Landtagspräsident Wolf besucht die Realschule

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19.01.2012

Bericht von Kathrin Kammerer (Schwarzwälder Bote), die freundlicherweise die Zustimmung zur Veröffentlichung gegeben hat. 

Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) verbrachte eineinhalb Stunden mit den Jugendlichen und sprach offen über seine Hobbys, die Gemeinschaftsschule und ein Verbot der NPD. Ein wenig aufgeregt waren die 24 Schüler der 8a dann schon, als der Landtagspräsident vor ihnen stand. Doch Guido Wolf gab sich schülernah und interessiert - durch das Programm »Politik in der Schule« dürfte er mit Fragestunden wie dieser ja bestens vertraut sein. Gemeinsam mit ihrer Klassen-, Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrerin Marianne Uhl hatten sich die Achtklässler im Voraus eine ganze Menge an Fragen überlegt und wagten sich aufgeweckt auch auf politisches Terrain. So tauchte das Thema NPD-Verbot auf »Warum wird die Partei nicht verboten, wenn man doch weiß, dass die Mitglieder Verbrechen begangen haben?« - und die Idee der Piratenpartei, Drogen zu legalisieren. Auch für den Atomausstieg und Stuttgart 21 zeigten die Schüler reges Interesse. Und Wolf? Der stand eineinhalb Stunden fleißig Rede und Antwort und zeigte seine politischen Standpunkte, vergaß jedoch mit keinem Moment, dass er keine Partei-Kollegen, sondern 13- und 14-jährige Schüler vor sich hat. Die NPD würde er am liebsten morgen schon verbieten, antwortete er sofort und mit Nachdruck, und Stuttgart 21 habe er schon immer befürwortet. Allein? schon, weil sich mittlerweile auch der Großteil der Bevölkerung dahinter gestellt habe.

Ja, und was er denn eigentlich vom Modell Gemeinschaftsschule halte, fragten die Jugendlichen weiter. »Es ist das gute Recht einer neuen Regierung, etwas zu verändern«, räumte Wolf ein, gab jedoch zu Bedenken: »Man darf die Schulen nicht zu Experimentierfeldern machen - es geht schließlich um das Wohl der Kinder!« Höfliche Akzeptanz von Seiten der Opposition - doch Begeisterung sieht wahrlich anders aus. »Betrifft uns das auch?« und »Was für ein Unterrichtsstoff wird da dann unterrichtet?« wollten die Jugendlichen weiter wissen. »Sind die schlaueren Schüler dann nicht im Vorteil?«, gaben sie außerdem zu Bedenken. »Man sieht, dass dieses Modell noch viele verunsichert«, nahm Wolf mit auf den Nachhauseweg.

Und doch wurde keineswegs nur stur über Politik diskutiert, auch für persönliche Fragen war sich der Landtagspräsident nicht zu schade. Ob er denn mit einer gepanzerten Limousine da sei oder Bodyguards habe? Und was hat ein Politiker denn eigentlich für Hobbys? »Bodyguards hab' ich keine, der Herr Guhl passt schon auf mich auf«, witzelte Wolf mit Blick auf seinen Nebensitzer, den Rottweiler Bürgermeister. Und in seiner Freizeit würde er zum Ausgleich gerne auch mal joggen gehen oder aufs Laufband steigen. Sympathisch bodenständig gab er sich, der Landtagspräsident.

Im Folgenden sehen wir die Schüler der Klasse 8b während des Besuchs von Landtagspräsident Wolf.