Preisträger "Schreibspuren"-Wettbewerb

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01.02.2010

Einmal im Jahr veranstalten die Rottweiler Schulen einen Literaturwettbewerb, bei dem drei Altersstufen und die Gattungen Lyrik und Prosa beurteilt werden. Jeder Schüler kann einen selbst verfassten Text zur Bewertung einreichen; die Deutschlehrkräfte der beteiligten Rottweiler Schulen beraten ihre Schüler natürlich gerne! Neben diversen Preisen und Urkunden winkt als Belohnung eine Besonderheit: Die Texte der Preisträger werden im Rahmen der feierlichen Preisverleihung im Zimmertheater Rottweil von Schauspielerinnen bzw. Schauspielern live vorgetragen. Zudem gibt es in jedem Jahr eine Broschüre, die die von den Preisrichtern ausgezeichneten Texte zusammenstellt und an den Schulen verkauft wird.

Auch in diesem Schuljahr haben wieder einige Schüler der Realschule an diesem traditionellen Wettbewerb teilgenommen - und dies außerordentlich erfolgreich:

 

Unsere Preisträger 2010

v. l. n. r.: Jona Spreter, Sarah Hirt und Katrin Müller

Hier die Texte unserer Preisträger_innen:

Sarah Hirt, 5c

Sarah Hirt (RS 5c)  - 3. Platz in der Kategorie "PROSA", Stufen 5 und 6

Der hässliche Weihnachtsbaum

Es war einmal ein kleines Dorf. In dem Dorf wohnten nur wenige Leute. Zu den Einwohnern gehörten ein reiches und ein armes Mädchen. Das reiche und eingebildete Mädchen hieß Klara, das arme und eher schüchterne Mädchen hieß Lena. Die beiden konnten sich gegenseitig nicht besonders gut leiden, denn Klara lachte Lena immer aus, weil Lena nicht viele Spielsachen besaß. Da wurde Lena immer sehr traurig. Denn wenn Klara sich was wünschte, bekam sie es meistens schon am nächsten Tag, und wenn Lena sich was wünschte, dauerte es mehrere Jahre, weil Lenas Eltern es sich nicht leisten konnten.

Schon seit zwei Jahren wünschte sich Lena eine Baby Born Puppe, hat sie aber bis heute noch nicht bekommen. "Hmm, aber vielleicht bekomme ich diese Weihnachten meine Baby Born", dachte sich Lena. Aber für sie war die Weihnachtszeit immer eine schreckliche Zeit, denn Lena glaubte an den Weihnachtsmann und immer, wenn es Weihnachten war, und sie sich etwas wünschte, dann versuchte sie dem Weihnachtsmann einen Wunschzettel zu schreiben. Aber Lenas Eltern glaubten nicht an den Weihnachtsmann und nahmen Lena den Wunschzettel immer weg. In einem Buch von Lena stand, dass man den Wunschzettel vor den Kamin legen sollte, und dann würde der Weihnachtsmann oder seine Weihnachtselfen mit einer Kristallkugel lesen können, was sich jedes Kind wünscht.

"Aber", dachte Lena, "es ist bestimmt schon viel zu spät, um einen Wunschzettel zu schreiben, und wenn nicht: Meine Eltern würden mir den Zettel eh wieder wegnehmen. Heute ist der 23. Dezember und der Weihnachtsmann hat bestimmt schon alle Zettel gelesen" Traurig legte sich Lena in ihr Bett und schlief ein.

Sie träumte davon, dass sie den Wecker auf 23:50 Uhr stellt, schnell einen Wunschzettel schreibt, ihn vor den Kamin legt, der Weihnachtsmann den Zettel liest und sie am Abend ihre Baby Born hat. Als Lena aufwachte dachte sie: "Hey, das könnte ich ja wirklich so machen!" Sie schaute auf die Uhr und es war tatsächlich 23:50 Uhr. Sie schaltete das Licht an und schnappte sich geschwind ein Blatt und einen Kuli. Sie schrieb schnell als Überschrift "Wunschzettel" auf das Blatt und darunter "Baby Born".

Gerade als sie aus dem Zimmer gehen wollte, hörte Lena Schritte. "Oh nein, das sind bestimmt meine Eltern, sie wollen mir bestimmt wieder den Wunschzettel wegnehmen!" Lena machte schnell das Licht aus und legte den Wunschzettel unter ihr Bett. Sie schlüpfte unter ihre Bettdecke und tat so, als würde sie schlafen. Als die Eltern in Lenas Zimmer guckten, sahen sie, dass Lena schlief. "Gut, ich dachte, dass sie mal wieder versucht hat, ihrem angeblichen Weihnachtsmann einen Wunschzettel zu schreiben!", sagte ihre Mutter Angelika zu ihrem Mann Fred. "Ja, ich bin auch froh, dass sie es endlich begriffen hat, dass es keinen Weihnachtsmann gibt!!!", gab er knallhart zurück. Dann gingen sie wieder zurück in ihre Betten und schliefen weiter.

"Yuh, das war ganz schön knapp!", dachte Lena. "Fast hätten sie mich erwischt!" Sie blickte auf die Uhr, es war 23:59 Uhr. "Im Buch stand Mitternacht", dachte Lena. "Oh nein, nur noch eine Minute!" Lena machte wieder das Licht an und schnappte sich den Wunschzettel, dann schlich sie ins Wohnzimmer und legte den Wunschzettel vor den Kamin. Als sie wieder in ihrem Zimmer war, schaute sie auf die Uhr. Es war 0:02 Uhr. "Hoffentlich hat der Weihnachtsmann den Wunschzettel gelesen", lachte Lena.

Währenddessen beim Weihnachtsmann.

"So, Rudolf, jetzt wollen wir mal losdüsen und den Kindern Geschenke bringen!"

"Ja, Chef!", antwortete Rudolf. Gerade wollte der Weihnachtsmann mit Rudolf davon fliegen, da kam Rosamunde, eine seiner Weihnachtselfen, angeflogen.

"Weihnachtsmann, Weihnachtsmann, wir haben von einer Lena Müller einen Wunsch, nämlich eine 'Baby Born'" "Aber wie Sie wissen, müssen wir ja den Wunschzettel erstmal in die Geschenkmaschine legen, aber weil wir dachten, dass jeder schon ein Geschenk hat, haben wir die Geschenkmaschine ausgeschaltet, und es dauert eine Stunde, bis sie wieder angeht".

"Was?!", rief der Weihnachtsmann entsetzt. "Wie konnte das passieren?"

"Lena hat zwei Minuten zu spät den Wunschzettel vor den Kamin gelegt. Ich habe ihn ja Gott sei Dank noch in letzter Sekunde gesehen. Aber Sie müssen doch jetzt gehen, damit Sie pünktlich alle Geschenke austeilen können. Aber wie machen Sie es jetzt mit Lenas Geschenk?", fragte Rosamunde.

"Hmm", grübelte der Weihnachtsmann, "wenn ich jetzt schnell los fliege und alle Geschenke außer das von Lena verteile, dauert es fünf Stunden, also komme ich um 5:00 Uhr wieder. In der Zeit, wo ich den anderen Kindern Geschenke bringe, könnt ihr das Geschenk für Lena fertig machen. Und wenn ich wiederkomme, nehme ich das Geschenk für Lena mit und bringe es ihr!", sagte der Weihnachtsmann. "Ok, alles klar!", sagte Rosamunde.

Dann stieg der Weihnachtsmann in den Schlitten und flog zu allen Kindern, außer zu Lena. Nach fünf Stunden kam der Weihnachtsmann ganz erschöpft zurück und ging dann zur Weihnachtsabteilung. Da wartete schon Rosamunde und sagte: "Weihnachtsmann, Weihnachtsmann, hier... hier ist das Geschenk für Lena Müller!"

"Danke schön, Rosamunde!" Der Weihnachtsmann stieg wieder in den Schlitten und flog zu Lena. Er flog ganz schnell zu ihrem Haus, und damit es schneller ging, warf er das Geschenk in den Schornstein und flog zurück.

Am Abend wollte der Weihnachtsmann wissen, ob Lena das Geschenk gefällt, doch er sah, dass Lena weinte. Der Weihnachtsmann wunderte sich, deswegen schaltete er seine Gedankenlesemaschine ein und konnte hören, was Lena dachte: "Schade, es gibt keinen Weihnachtsmann, sonst hätte er mir ein Geschenk gebracht! Mama hatte die ganzen Jahre recht, es gibt keinen Weihnachtsmann!"

"Ach so, deswegen weint sie, weil sie kein Geschenk bekommen hat. Aber Moment mal, ich habe ihr das Geschenk doch durch den Schornstein geworfen!!!", wunderte sich der Weihnachtsmann.

Er aktivierte eine Stadtkarte von dem ganzen Dorf auf seinem Computer und gab ein, was er in der Umgebung suchte, in diesem Fall: das Geschenk von Lena Müller. Er sah einen roten Punkt auf der Stadtkarte. Er zoomte wie mit einer Kamera an den roten Punkt heran und sah, dass das Geschenk neben dem Schornstein lag. In dem Moment wollte der Weihnachtsmann aufstehen, um das Geschenk zu holen. Doch er war so tollpatschig, dass er über seinem eigenen Beine stolperte und sich den Fuß verstauchte.

"Auuuuaaaaa!", schrie der Weihnachtsmann. "Rosamunde, komm schnell!"

"Oh Gott, was ist denn?"

"Ich glaube, ich habe mir den Fuß verstaucht! Kannst du das Geschenk neben dem Schornstein holen?"

"Keine Sorge, ich hole eine Krankenelfe!!!" Rosamunde flog mit ihren Elfenflügeln zu dem Haus von Lena. Da sah sie schon das Geschenk neben dem Schornstein. Sie wollte es gerade nehmen, da kam ein starker Windstoß und das Geschenk wirbelte davon. "Oh nein, ich habe das Geschenk aus den Augen verloren! Jetzt muss ich wieder zum Nordpol fliegen. Rosamunde flog zurück und ging in den Computerraum. Dort gab sie wieder das Geschenk von Lena Müller ein. Doch dieses Mal kam kein roter Punkt.

"Tja, hat der Wind das Geschenk aus dem Dorf geweht? Das verstehe ich jetzt nicht... Ich könnte ja auch den Namen des Nachbarortes eingeben, um zu sehen, ob es das Geschenk dorthin gewirbelt hat." Rosamunde gab den Namen des Nachbarortes ein, doch es war kein roter Punkt zu sehen.

Am nächsten Tag ging Klara, das reiche und eingebildete Mädchen, spazieren und sah plötzlich etwas Rotes im Busch liegen, genau auf der Grenze zwischen den Dörfern. Als sie es herauszog, sah sie, dass der Name Lena Müller draufstand. "Was!?! Wer sollte denn Lena Müller etwas schenken? Mal gucken, was drin ist!" Klara machte das Geschenk auf und sah, dass eine "Baby Born" drin war. "Cool, ich hab' die gleiche, es wäre toll, wenn ich Zwillinge hätte!", sagte Klara gierig.

"Ach, Lena hat doch bestimmt nichts dagegen, wenn ich mir ihre Baby Born mal kurz ausleihe für ein paar Tage", sagte Klara mit einem fiesen Grinsen im Gesicht. Genau in dem Moment schaltete Rosamunde wieder den Computer an. "Hurra, ja, ich seh' das Geschenk!!!" jubelte sie.

"Was ist denn?", rief der Weihnachtsmann, der fünf Zimmer entfernt stand und Rosamunde trotzdem hörte. "Ich sehe das Geschenk und werde es jetzt holen!" Sie zoomte an den Punkt heran und sah, dass Klara das Geschenk hatte. "Hmm, das Mädchen wird mir das Geschenk bestimmt geben!", lachte Rosamunde, bevor sie los flog. Als sie dann Klara sah, flog sie zu ihr hin und rief: "Hallo, ich heiße Rosamunde und ..."

"AAhhhhhhhhh, Ungeziefer!", schrie Klara und patschte Rosamunde mit der Hand.

"Auuaa, hör doch auf! Ich . . . "

"AAhhhhh, sprechendes Ungeziefer!" Und wieder patsch.

"Hör auf, ich hin kein Ungeziefer, ich bin Rosamunde und bin eine echte Weihnachtselfe! Und das Geschenk in deiner Hand gehört Lena Müller, also, her damit!". "Nein, ich hab's gefunden, also gehört es mir!"

"Her damit!"  - "Nein!"

"Gib jetzt her!" - "Nein!"

"Gib her, sonst verzaubere ich dich in einen Schokomuffin!" - Mmmm, der Einfall ist gut! "Nein, lass mich, du dummes Ding!!!"

"Was hast du gesagt?!?", sagte Rosamunde entrüstet "Dummes Ding!" "Was?!""Dummes Ding!"

"Grrrr!" Jetzt war Rosamunde richtig sauer. Und wenn sie erstmal sauer ist, dann, ja dann wird sie richtig übel!

"Hexa , Dexa, das ist kein Traum, ja, jetzt bist du ein Weihnachtsbaum, kein großer, kein schöner, kein toller, oh nein, du wirst klein, hässlich und angeknabbert sein!"

Puff, Puff!

Klaras Arme wurden plötzlich zu Ästen, sie wollte wegrennen, doch ihre Beine wurden zu Wurzeln. Sie wollte auch schreien, doch plötzlich konnte sie auch nicht mehr sprechen! Und vor Rosamunde stand ein kleiner, hässlicher und von Käfern angefressener Weihnachtsbaum. Klara, die sich in einen Weihnachtsbaum verwandelt hatte, versuchte etwas zu sagen: "Mmfmmmhhvmh!" Doch als Weihnachtsbaum kann man eben nicht sprechen, aber dafür konnte sie hören.

"Du bist selber schuld, denn du bist nämlich ein dummes Ding!", sagte Rosamunde, die immer noch leicht sauer auf Klara war. Gerade wollte Rosamunde wegfliegen, da fiel ihr ein, dass sie etwas sehr Wichtiges vergessen hatte. "Ach so, das hätt' ich fast vergessen: Du bist vom Zauber erlöst, wenn dich jemand mit nach Hause nimmt und Spaß an dir hat! Aber so wie du aussiehst, wird das wohl kaum passieren!"

Am nächsten Tag wachte Lena mit einem Mega-happy-Honigkuchenpferd-Lächeln auf, denn sie hat geträumt, dass sie einen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer hätten, und sie weinte vor Freude.

Sie fand den Traum wirklich so schön! "Hmm. .. vielleicht... wenn ich mir Wasser unter die Augen schmiere, das wie Tränen aussieht, und vor meinem Spiegel einen Schmollmund forme, und mit meiner Ich-bin-lieb-wie-ein-Engelchen-Stimme spreche, dann müsste es eigentlich klappen, dass ich einen Weihnachtsbaum bekomme. Es muss ja kein großer sein, ein kleiner Weihnachtsbaum wäre auch ok!", lachte sich Lena.

Sie schenkte sich ein Glas Wasser ein und tröpfelte sich etwas davon um das Auge. Vor ihrem Spiegel formte sie ihren Mund zu einem Schmollmund, dann ging sie zu ihren Eltern und sagte mit ihrer Ich-bin-lieb-wie-ein-Engelchen-Stimme: "Du, Mami, du, Papi, bekomme ich bitte einen Weihnachtsbaum! Bitte, bitte, bitte!"

"Nein, warum sollten wir einen Weihnachtsbaum kaufen, wenn es überhaupt keinen Weihnachtsmann gibt!"

Doch als sie die Tränen sahen, den Schmollmund, und das ständige "Bitte!" hörten, sagten sie: "Ok, aber nur einen ganz kleinen Weihnachtsbaum!". "Ok, danke schön!!!"

Am Nachmittag ging Lena mit ihrer Mutter und ihrem Vater zu einem Weihnachtsbaumverkaufsstand, doch jeder Weihnachtsbaum war entweder zu groß oder zu teuer! Traurig wollten sie gehen, doch plötzlich hörte Lena ein seltsames Geräusch. Es klang so: "Mmfmmmhhvmh!".

Lena drehte sich zur Seite und sah ein kleines, süßes, etwas angefressenes Bäumle!

"Mami, Papi, der da ist klein, toll und voll süß! Können wir den nehmen?", fragte Lena.

"Ich weiß nicht, der ist doch von den Käfern angebissen, und sowieso voll hässlich!!!"

"Och bitte, Mami, bitte! Den möchte ich haben, bitte!" - "Ok!"

Fred ging zu dem Verkäufer und sagte: "Ahm, hallo, ich habe eine Frage: Gehört dieser kleine Baum dort hinten auch Ihnen?"

"Natürlich nicht! Wenn Sie ihn wollen, bekommen Sie ihn umsonst! Das hässliche Ding will ja eh niemand!"

"Ok, danke schön!" Als Lena wieder zu Hause ankam, freute sie sich riesig über den Weihnachtsbaum. Sie machte Tänze um den Baum, stellte die Geschenke für die Eltern darunter und vergaß vor lauter Freude die "Baby Born".

Auf einmal hatte Lena Durst und schenkte sich Wasser in ein Glas. Sie trank es in einem Schluck leer. Kurze Zeit später musste sie aufs Klo. Als sie zurückkam, war der Baum weg. "Da... da ... das Bäumle, wo ist das Bäumle?", stotterte sie. "Vorhin stand das Bäumle hinterm Sofa!" Als Lena hinters Sofa schaute, saß Klara vor ihr auf dem Boden und guckte sie mit großen Augen an.

"Klara, was ... wie... warum .... äh, . . . ?", stotterte Lena.

"Es ist eine lange Geschichte: Ich bin spazieren gegangen und habe ein rotes Päckchen im Busch gefunden. Auf dem Päckchen stand 'Lena Müller' drauf. Ich hab's aufgemacht und eine "Baby Born" war drin. Da ich sie für mich haben wollte, nahm ich sie mit. Doch dann kam eine Weihnachtselfe und hat gesagt, dass ich ihr das Geschenk geben soll. Ich hab Nein gesagt, daraufhin wurde sie sauer und verwandelte mich in dein so genanntes Bäumle. Da du jedoch Freude an mir hattest und mich mit nach Hause genommen hast, bin ich vom Zauber erlöst und ich danke dir wirklich von ganzem Herzen!"

"Wow, es gibt also den Weihnachtsmann und Weihnachtselfen, die einen verzaubern können?", fragte Lena.

"Ja, und... hier, eine Baby Born!"

"Oh, ist die schön, danke!" Lena freute sich über die Baby Born Puppe "Es tut mir wirklich leid, ich war auch nicht immer fair zu dir. Können wir vielleicht Freunde sein?"

"Ja, gerne!"

Ding Dong. "Oh, es klingelt!" Lena machte die Tür auf, und vor ihr stand ein rot-weiß gekleideter Mann, der sie freundlich anschaute, und neben ihm stand ein Mini-Mensch mit Flügel. "Hohohoho, fröhliche Weihnachten, Lena!"

"Bist du der Weihnachtsmann?"

"Ja klar! Wer denn sonst!", sagte der Weihnachtsmann.

"Und ich bin Rosamunde, eine echte Weihnachtselfe!", rief Rosamunde.

"Oh... ähm.. . hallo!"

In dem Moment kamen Lenas Eltern hoch. "Oh, hallo, ich bin Angelika, Lenas Mutter. Und wer sind Sie?"

"Aber Mama, wie kannst du das nicht wissen, das ist der Weihnachtsmann!", sagte Lena.

"Ja ja, Schatz. Rede doch nicht so einen Schwachsinn!"

"Warum Schwachsinn, ich bin der Weihnachtsmann!"

"Können Sie das denn auch beweisen?" fragte Fred.

"Ja klar kann ich das: Sie heißen Fred Müller, Ihr Geburtstag ist der 9. November 1977, und Ihr größter Wunsch ist es zu fliegen!"

"Ja!?!"

Der Weihnachtsmann streckte seine Arme aus und plötzlich schwebte Fred durch das ganze Zimmer. "Yeeepppüü!"

Ja, so war das. Klara und Lena wurden die besten Freundinnen! Lena bekam ihre "Baby Born" Puppe, und die Eltern glaubten an den Weihnachtsmann und feierten jedes Jahr Weihnachten!

Katrin Müller, 6b

Katrin Müller, 6b - Buchpreis

Liebesroman und stürmische Grüße aus Rügen

Nein, ich will nicht 3 Wochen lang Winterferien auf Rügen verbringen. Und außerdem macht Lara eine Winterparty, und da muss ich unbedingt da sein. Wieso kann ich nicht so lange zu Paps? "schrie ich meine Mutter an, die verzweifelt versuchte mir die Winterferien auf Rügen schmackhaft zu machen. "Ach Täubchen, du weißt doch das du nicht zu Helmut kannst. Mit seiner neuen Puppe geht er doch nach Hawaii" erklärte sie und zischte es gleichzeitig zu mir rüber. Paps hat sie verlassen wegen seiner neuen "Puppe" wie Mama die 20 Jahre jüngere Blondine nannte. "Versteh doch Täubchen. Ich möchte einen neuen Liebesroman der auf Rügen passieren soll schreiben! Da kann ich mich besser entfalten und besser Rügen beschreiben. Zehn Meter und du bist am Meer!", versuchte mir meine Mutter zu verklickern. "Toll" dachte ich in einem ekligen, stinkendem Leuchtturm 21 Tage zu schlafen. Total mein Geschmack. Beleidig stapfte ich in mein Zimmer. "Ach Täubchen", rief meine Mutter so richtig verzweifelt hinter mir her. Ich schloss meine Zimmertüre, zog mein Handy aus der Hosentasche und rief meine Freundin Lara an. "Hallo" meldete sich Lara. "Hi Lara, ich kann einfach nicht auf deine Winterparty", heulte ich in den Hörer. "Hee, das wird nicht meine letzte Party. Du ich muss aufhören. Mein kleiner Bruder zerhexelt gerade meine Bravo. Dann viel Spaß auf Rügen. Ciao", verabschiedete sich Lara. Ich drückte den roten Hörer. Lara hat sich so angehört, als ob ihr das egal wäre.

"Täubchen, pack' doch schon mal deine Sachen für Rügen. Und denk daran, dort kannst du nicht dein mini Jeansröckchen anziehen", meinte meine Mutter. Ich zog meine pinke "Hello Kitty"-Reisetasche aus dem Schrank und fing an zu packen. Aber das Mini "Jeansröckchen" nahm ich trotzdem mit. Obwohl es Minus drei Grad hier am Bodensee war, lag kaum Schnee. Ich rechnete damit, dass in Rügen auch nicht mehr Schnee lag. Es war schon ziemlich spät und machte mich zum schlafen fertig.

"Täubchen! Aufwachen. Ich mache schon mal das Frühstück", weckte mich meine Mutter. Oh nööö heute muss ich auf Rügen. Ich schaute auf meinen Wecker: Fünf Uhr morgens. Ich zog meine Teddyweste an und meine Röhrenjeans und stapfte in die Küche. "Täubchen. Möchtest du lieber Marmelade oder Müsli?" fragte mich meine Mutter gut gelaunt "Nichts", sagte ich kühl zurück. Eine Stunde später saßen wir in unserer Trude (ähh so heißt unser Auto) nach Hamburg, dort nahmen wir dann die Fähre nach Rügen. "Ach Täubchen, zieh doch nicht so ein Gesicht. Es wird dir gefallen", meinte meine Mutter. Ich brummte, legte meinen Kopf an Trudes Fensterscheibe und schloss meine Augen.

"Täubchen, aufwachen. Wir müssen auf die Fähre fahren", weckte mich Mama aus dem Schlaf. Es war schon dunkel, als wir leider auf Rügen waren. Wir fuhren eine schmale Straße entlang. Bis dann Trude anhielt. Ich konnte fast nichts in der Dunkelheit sehen, aber was ich sah war: kein Kino, kein H&M, kein Gar nichts. "Du kannst schon mal die Tür aufschließen ich bringe dann das Gepäck später in dein Zimmer, Täubchen", sagte meine Mutter. Und warf mir den Schlüssel zu mit dem ich den Leuchtturm aufschließen konnte. Als ich mit Leuchtturminneren war, war ich ziemlich überrascht. Denn ich hatte es mir klein, eklig und stinkig vorgestellt. Aber es war hell, roch gut und war mit IKEA- Ausstattung eingerichtet. Ich lief in ein Zimmer es war mit einem Bett, einer Kommode und einem Schrank ausgestattet. Entschlossen machte ich dieses Zimmer zu meinem Zimmer.

Am nächsten Morgen wachte ich wieder in diesem Zimmer auf, das wohl meins war. Mit müden Schritten lief ich in die Küche, wo meine Mutter gebeugt über ihren Liebesroman saß. "Morgen", murmelte ich ihr zu. "Morgeeeeeen, Täubchen. Essen möchtest du bestimmt nichts. Du könntest die Insel doch ein wenig erkunden", begrüßte mich meine Mutter. Ich beschloss, es so zu machen, zog mich wärmer an, stöpselte meinen Radio-Player in die Ohren. Nach den Nachrichten schaltete ich noch vor dem Wetter auf Energie-Radio um. Ich lief schon eine ganze Weile. Ich wendete meinen Kopf nach rechts, aber das hätte ich lieber lassen sollen, denn da stieg gerade ein muskulöser nackter Mann aus dem Wasser. "Heee, das ist erst ab achtzehn! Kannst du nicht lesen FKK, Eisschwimmer", brüllte der Mann mich an. "Ohhh", entschuldigte ich mich und rannte davon. Wie peinlich war denn das?!

Es wurde immer kälter. Aber das störte mich erst mal wenig. Doch dann fing es an zu schneien, immer mehr und mehr. Es war schon wie ein Schneesturm. Ich zog mein Handy aus der Tasche und wollte schauen, wie viel Uhr es war. Zu spät! Ein heftiger Windstoß nahm mein Handy aus der Hand. Na toll, hätte ich bloß das Wetter angehört! Der Schneesturm wurde immer heftiger, so dass man kaum was sehen konnte. Es lag mindestens schon 40 Zentimeter Schnee. Wie soll ich denn bitte hier wieder raus finden. In der Ferne sah ich eine Scheune, in der ich mich verkrümelte. In der Scheune war es etwas wärmer, aber der Schneesturm war gut zu hören. "Ach hätte ich doch noch mein Handy, dann könnte ich jetzt Mama anrufen", heulte ich vor mich hin. In der Scheune war Heu eingelagert in dem ich mich einkuschelte. Ich musste noch mal an den Nacktschwimmer denken. Und lächeln. Doch dann vergaß ich es gleich wieder. Ich wollte schauen, ob sich der Schneesturm wieder beruhigt hatte. Mist, die Tür wollte nicht mehr aufgehen. Tränen strömten über mein kreideweißes Gesicht.

"Täubchen, wo bist du?", schrie jemand verzweifelt in der Ferne. "Maaaammmmmmaaaaa, hier bin ich, hier in der Scheune", brüllte ich glücklich, denn das konnte nur meine Mama sein. Ich boxte gegen die Tür. Meine Mama und eine bekannte Stimme schafften es die Tür aufzuschlagen. Ich wurde knallrot. Denn die Männerstimme gehörte dem nackten Typ von vorhin, der mich jetzt angrinste. Meine Mutter stellte ihn mir vor "Das ist Hape, er hat mir geholfen, dich zu suchen. Er wohnt in der Nähe. Du kannst dich bei ihm aufwärmen. Ach Täubchen, bin ich froh, dich wiederzuhaben. "Ich nickte und verschmolz in der Umarmung von Mama. Eine Stunde später saßen wir gemütlich im Kaminzimmer von Hape. Er erklärte mir, dass das Sturmtief Daisy hieß. Meine Mama himmelte die ganze Zeit Hape an. Ich glaube, sie hat sich in ihn verliebt. Und er in meine Mutter.

Einen Tag später sah man, was Daisy angestellt hatte. Bäume sind umgefallen, Leute sind schwer verletzt worden. Dächer sind eingestürzt.

Ein Jahr später besuchte Hape uns alle zwei Wochen am Bodensee und wir ihn alle zwei Wochen auf Rügen, denn Mama und Hape sind ein Paar. Mamas Roman hat sich hammermäßig verkauft. Jetzt schreibt sie einen über sich, Hape und mich.

Jona Spreter, 10a

Jona Spreter (RS 10a) - Sonderpreis  "Schreibwerkstatt mit dem Stadtschreiber"

Freiheit

Viel besungen, oft erstrebt,

selten erreicht, 

und wenn doch, übermäßig gehegt.

Als Ziel gesetzt 

und doch bei sich und bei ander'n 

immer wieder verletzt.

?Einzig und allein 

soll Freiheit mein Lebensinhalt sein."

Große Worte derer, 

die wegen Geld und Ruhm 

nichts für die Erfüllung dieser Worte tun.

Am Anfang, am Ende, 

auch '89 zur Wende, 

überall kehrt Freiheit ein, 

doch das alles nur Lug, Trug, nur Schein?

Unantastbar, im Gesetz fundiert, 

keineswegs zu verachten 

und doch oft diskutiert

In aller Munde, 

Stunde um Stunde, 

der Wind weht durch's Haar... 

Wunderbar. Nicht wahr?

Vielleicht falsch verstanden, 

falsch interpretiert 

und doch vielerorts 

einfach akzeptiert.

Doch trotz all dem ?Schönen", 

dem Ungebundensein, 

schließt Freiheit denn nicht auch Alleinsein mit ein?

Vielleicht Egoismus, vielleicht Teil seiner selbst, 

indem man Freiheit vor alles andere stellt?

Der eine versteht. Und bleibt dabei. 

Der andere geht, bricht auf. Frei. 

Und manch einer lebt. Sie?

Doch ob Standpunkt, Schwerpunkt, Streitpunkt, 

ob erreicht oder verfehlt, 

Freiheit, Freiheit, das Einzige was zählt?